Die Nonne, auch Nonnenstein genannt, ist ein etwa 18 Meter hoher, freistehender Sandsteinfelsen in der Sächsischen Schweiz — klein, aber mit einer bemerkenswerten Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Für Kletterer ist sie ein beliebter und zugänglicher Klettergipfel mit ganz eigenem Charme.
Der Fels steht südöstlich von Rathen, östlich der markanten Felskette des Rauensteins, eingebettet in die typische Landschaft der Sächsischen Schweiz mit dichten Wäldern und schroffen Sandsteintürmen. Im 15. Jahrhundert diente die Nonne, ähnlich wie die gegenüberliegende Felsenburg Neurathen, als Burgwarte. Noch heute sind Schlägelspuren, eine künstlich erweiterte Felsspalte, die einst als Wachstube genutzt wurde, sowie Reste eines etwa 35 Meter langen Erdwalls erkennbar — stille Zeugen dieser Vergangenheit. Archäologische Grabungen im Jahr 1963 förderten sogar Keramikreste, einen Spinnwirtel und Spuren einer Feuerstelle zutage. Im Sommer herrscht reges Treiben unter Kletterern, während der Fels im Herbst und Frühling eine ruhigere, fast andächtige Atmosphäre ausstrahlt.
Wie man zum Gipfel kommt
Praktische Informationen
Am 1. Juli 1888 gelang A. Matthäi, T. Lierke, H. Fischer und H. Kurze die erste sportlich einwandfreie Besteigung ohne Leitern — zuvor wurde der Fels seit der Zeit der Burgwarte immer wieder mit Leitern erklommen.