Der Kleine Winterberg (499,9 m ü. NHN) ist einer jener stillen Gipfel der Sächsischen Schweiz, die auf den ersten Blick unscheinbar wirken — und beim näheren Erkunden umso mehr überraschen. Geschichte, seltene Pflanzenwelt und weite Blicke auf ein beeindruckendes Felsenpanorama machen ihn zu einem lohnenden Ziel, auch wenn der Gipfel selbst für Besucher gesperrt ist.
Der Berg gehört zu einem ausgedehnten Massiv, das neben dem südlich gelegenen Großen Winterberg auch die Felsgebiete der Affensteine und der Schrammsteine umfasst. Sein alter Buchenwald wächst auf basaltischem Verwitterungsboden — ein in der sandsteingeprägten Sächsischen Schweiz äußerst seltenes Substrat. Genau deshalb gedeihen hier Pflanzen wie Weißes Zahnwurz, Waldmeister, Tollkirsche und die giftige Einbeere, die man andernorts in der Region vergeblich sucht. Das Kirnitzschtal liegt unterhalb über den Kleinen Zschand erreichbar, und der Ort Schmilka ist nur rund drei Kilometer entfernt. Im Winter trägt der Berg seinem Namen alle Ehre: Schnee liegt hier oft wochenlang, wenn die Täler längst wieder grün sind.
AufstiegsmöglichkeitenAm Pavillon lohnt ein kurzer Halt: Eine lateinische Inschrift erinnert daran, dass Kurfürst August von Sachsen hier einst von einem Hirsch angegriffen wurde und sich im letzten Moment mit einem gezielten Schuss retten konnte. Dieses Erlebnis soll seinen Sohn Kurfürst Christian I. bewogen haben, 1558 den ersten Pavillon zu errichten — ein Wappenstein mit kurfürstlichem Wappen und eben dieser Jahreszahl ist noch heute am Wegesrand zu sehen.