Das Rotseetal — auf Polnisch Dolina Jagnięca — ist ein stilles, faszinierendes Seitental der Hohen Tatra, das sich zwischen dem Karfunkelkamm und dem Ziegenkamm erstreckt. Wer abseits der großen Touristenpfade echte Bergstimmung sucht, wird hier fündig.
Das Tal wurde von einem Gletscher geformt und besteht aus zwei übereinanderliegenden Kesseln, in denen jeweils ein Bergsee liegt: das Blaue Seelein (Belasé pleso) und das namensgebende Rote Seelein (Červené pleso), dessen Wasser bei bestimmtem Licht einen rötlichen Schimmer annimmt. Der Talgrund ist mit Latschenkiefern bewachsen, und die Hänge fallen sanft rund 200 Meter zur Grünseebach hinab. Im Sommer bietet die Gegend wunderschöne Kontraste aus dunklem Grün, Fels und glitzerndem Wasser. Der Herbst taucht alles in goldene Töne, während das Tal im Winter und Frühfrühling tief verschneit und nur für erfahrene Bergsteiger geeignet ist.
Anreise und WegbeschreibungDie ersten dokumentierten Besucher des Tals waren Juraj und Jakub Buchholtz am 8. Juli 1726 — ein frühes Zeugnis der touristischen Erkundung der Hohen Tatra. Die rötliche Färbung des oberen Sees wird auf Eisengehalt im Wasser oder rote Flechten am Ufer zurückgeführt.