Der Schwalbenturm (2.621 m ü. NN), auf Polnisch Durny Szczyt und auf Slowakisch Pyšný štít, ist der vierthöchste Gipfel der Tatra und der Slowakei — ein kühner, markant geformter Felszahn, der das Panorama über dem Téry-Schutzhaus beherrscht. Das Besteigen dieses Gipfels ist ausschließlich mit einem zugelassenen Bergführer erlaubt, was ihm seinen ursprünglichen, unberührten Charakter bewahrt hat. Wer die wilde Seite der Hohen Tatra sucht, wird hier fündig.
Nach Westen fällt der Schwalbenturm mit einer fast 250 Meter hohen Steilwand ins Kleine Kohlbachtal ab — in dieser Wand verbirgt sich der größte Felsüberhang der gesamten Tatra, der erst im Jahr 2002 nach einem zwölfstündigen Erstdurchstieg im Schwierigkeitsgrad VII A4 bezwungen wurde. Die Ostwand erhebt sich imposante 400 Meter über dem Kupferkessel. Vom Gipfel aus genießt man ein weites Rundpanorama: Gipfel und Täler der Hohen Tatra, das Untertatrische Becken, Teile der Niederen Tatra und bei klarer Sicht sogar die Beschkiden. Im Sommer prägen rauer Granit und Almwiesen das Bild, im Winter verwandelt sich der Gipfel in eine eisige, fast arktische Landschaft.
AufstiegsmöglichkeitenDie erste Winterbesteigung gelang am 27. März 1910, und der legendäre Bergführer Ján Breuer aus Nová Lesná fand hier 1924 bei einer Rettungsaktion den Tod — eine Geschichte, die bis heute an den tiefen Respekt erinnert, den diese Berge verlangen.