Der Gerlach mit 2655 m ü. M. ist der höchste Gipfel der Tatra, der Slowakei und der gesamten Karpaten — ein echter Alpinziel, das Erfahrung fordert und dafür mit einem Rundblick belohnt, der fast halb Mitteleuropa umfasst.
Vom Gipfel aus öffnet sich ein gewaltiges 360-Grad-Panorama: praktisch alle Tatragipfel, das Untertatrabecken, die Babia Góra, die Niedere Tatra und das Slowakische Paradies liegen zu Füßen. Bei guter Sicht sind Ungarns Kékes, die Mährisch-Schlesischen Beskiden in Tschechien sowie ukrainische und polnische Gipfel erkennbar. Im Sommer schimmern Kare und Bergseen in tiefem Blau, im Herbst leuchten die Täler golden, im Winter verwandelt sich der Gerlach in eine Eisfestung für erfahrene Bergsteiger.
Aufstiegswege- Ab Sliezsky dom (Schlesisches Haus) über Kvetnica und die Velická-Rinne — Klassikroute, mit Ketten und Eisenklammern gesichert, ca. 4–5 Std., mittelschwer/anspruchsvoll
- Abstieg durch die Batizovský-Rinne ins Batizovská-Tal zum Batizovské-See — weiter auf dem markierten Tatra-Magistralenweg, ca. 3–4 Std.
- Vlado-Tatarka-Weg (erbaut 2001) — Zugang über den Gerlachsattel von der Velická-Talseite, technisch anspruchsvoller, weniger frequentiert
- Martinka-Grat — Traverse über die Litvorové-Türme und den Zadný Gerlach, anspruchsvollste Variante mit leichten Kletterpassagen und Abseilen
Praktische Informationen- Eigenständiger Aufstieg ohne Bergführer nur für Personen gestattet, die einen offiziellen Hochgebirgswanderkurs absolviert haben
- Alle anderen Besucher müssen einen lizenzierten Bergführer engagieren — Voranmeldung besonders in der Hochsaison empfohlen
- Der Gipfel liegt im Tatra-Nationalpark (TANAP) — Parkeintritt kostenpflichtig
- Das Sliezsky dom nahe dem Velické-See ist die ideale Ausgangsbasis mit Übernachtungsmöglichkeit
- Auf dem Gipfel gibt es keinerlei Schutzmöglichkeit oder Biwak
Geschichtlich interessant: Von 1949 bis 1959 trug der Gipfel offiziell den Namen Stalinsgipfel — und bereits 1896 wurde er nach Kaiser Franz Joseph I. benannt, was die Geschichte dieses Namens fast so bewegt macht wie das Gipfelwetter selbst.