Die Weißseespitze (2229 m ü. M.), auf Slowakisch Jahňací štít, ist einer der beliebtesten Gipfel der Hohen Tatra auf slowakischer Seite — und eine echte Ausnahme in diesem Gebirge: Sie ist über einen markierten Wanderweg erreichbar. Der Gipfel bietet ein Panorama, das frühe Besucher als 'außergewöhnlich vielfältig' beschrieben haben. Samuel Weber zufolge kann man von hier aus bis zu 16 Bergseen zählen.
Der Gipfel besteht aus zwei durch einen fast waagerechten Grat verbundenen Kuppen, wobei die südwestliche die höhere ist. Das Blickfeld reicht über das Lomnitzer-Spitze-Massiv, und der Kleine Käsmarker Gipfel fällt mit fast 900 Meter hohen Wänden in das Tal hinab. Im Sommer glitzert der Granit im Sonnenlicht, im Herbst leuchten die umliegenden Täler — Kołowa, Jagnięca, Białych Stawów und Skoruszowa — in warmen Farben, und im Winter nimmt das Massiv einen ernsten, hochalpinen Charakter an. Geologisch gesehen ist dies das nördlichste Granitmassiv der Hohen Tatra — dahinter beginnt bereits die Belaer Tatra.
Aufstieg zum GipfelDie erste dokumentierte Besteigung gelang Robert Townson gemeinsam mit dem Zipser Führer Hans Gross am 9. August 1793 — doch Hirten, Wilderer und Kupferminenarbeiter kannten diesen Gipfel schon lange vor dem ersten Touristen.