Die Eistaler Spitze (2.628 m ü.d.M.) ist der dritthöchste Gipfel der Tatra — wuchtig, wild und erstaunlich unbekannt im Vergleich zu den berühmten Nachbargipfeln. Die Polen betrachteten ihn lange Zeit als den höchsten Punkt der Hohen Tatra, und wer einmal seine gewaltigen Wände gesehen hat, versteht warum. Hier erwartet dich echte, unverfälschte Bergnatur.
Der Gipfel liegt im Hauptkamm der Hohen Tatra, zwischen der Široká veža und den Baranie rohy. Seine Nord- und Nordwestwände sind besonders imposant — dort liegen ganzjährige Schneefelder und Firnflächen, die dem Berg seinen Namen gaben. Diese Wände werden wegen der langen Zustiege selten begangen. Beliebter ist die Ostwand über dem Becken der Fünf Zipser Seen, nahe der Téry-Hütte. Vom Gipfel genießt man ein herrliches Rundpanorama: zahlreiche Gipfel der Hohen Tatra, den Kamm der Belaer Tatra, die umliegenden Täler und bei klarer Sicht auch Teile des Poprad-Beckens sowie Gebirgszüge Mittelslowakiens und Südpolens.
AufstiegsmöglichkeitenDie erste dokumentierte Winterbesteigung fand am 28. Dezember 1891 statt — Theodor Wundt und Bergführer Jakub Horvay gelang die Erstbegehung im Winter. Der alte deutsche Name 'Gans' geht übrigens nicht auf Vögel zurück, sondern auf das hier reichlich wachsende Silberwurz-Fingerkraut (Siverzia reptans), das frühere Besucher mit dem Gänsefingerkraut verwechselten.