Der Rote See — auf Slowakisch Červené pleso — liegt auf 1811 m Höhe im Roten Tal der Hohen Tatra und gehört zu jenen kleinen Bergseen, die man so schnell nicht vergisst. Was ihn besonders macht, ist sein Geheimnis: Das Wasser schimmert in einem zarten rötlich-rosa Ton, der Wissenschaftler seit Generationen rätseln lässt.
Mit einer Länge von nur 66 Metern und einer Breite von 35 Metern ist er ein bescheidenes Gewässer — doch die Atmosphäre ringsherum ist alles andere als gewöhnlich. Die umliegenden Felsen tragen eine feine rosafarbene Patina, und das wechselhafte Tatralicht lässt die Wasseroberfläche in immer neuen Farben leuchten. Manche Forscher führten die Färbung auf die rote Flechte Lecidea confluens am Ufer zurück, andere auf den Eisengehalt des Wassers — wahrscheinlich spielen beide Faktoren zusammen. Rund um den See erheben sich markante Gipfel: Jastrabia veža (2139 m), Belasá veža (2284 m), Jahňací štít (2229 m) — der östlichste Gipfel der Hohen Tatra — sowie Kozí štít (2111 m). In heißen Sommern kann der See fast vollständig austrocknen, weshalb ein Besuch im Frühsommer oder Frühherbst am lohnendsten ist.
Anreise und ZugangAus dem Roten See fließt der Červený potok — der Rote Bach — ab, ein passender Name für einen Ort, an dem selbst das Wasser die Farben seiner felsigen Umgebung zu spiegeln scheint.