Die Turnia nad Białem ist ein felsiger Gratzacken im Zug des Długi Giewont, verborgen in einem der unzugänglichsten Winkel der Westtatra. Dieser Gipfel ist eher etwas für die Fantasie als für Wanderer - heute lässt er sich nur aus der Ferne bewundern, was ihn umso faszinierender macht.
Der Gipfel ist felsig und stellenweise mit niedrigen Latschenkiefernpolstern bewachsen, die Umgebung wirkt roh und wild. Die Südhänge fallen steil zum Kondratowa-Tal ab, und genau unter dem Gipfel verläuft die Rinne Urwany Żleb - hier ging 1953 eine Steinlawine nieder, die die PTTK-Hütte auf der Hala Kondratowa beschädigte. Nach Norden, zum Białe-Tal hin, fällt der Gratzacken in einer glatten, senkrechten Wand ab, an deren Fuß der grasbewachsene Górny Zachód verläuft. Die Landschaft verändert sich hier dramatisch mit den Jahreszeiten - zerklüftete Grate und grüne Rinnen im Sommer, im Winter ein Schauplatz für Lawinen.
Wie man zum Gipfel gelangtDieser Ort erinnert an die Pionierzeit der bergsteigerischen Erschließung des Giewont, beschrieben im klassischen Werk Na bezdrożach tatrzańskich, bleibt heute jedoch ein unzugängliches Stück wilder Tatra-Natur.