Der Wielki Giewont (1895 m ü.d.M.) ist wohl der bekannteste Gipfel der polnischen Tatra — seine markante Silhouette mit dem metallenen Gipfelkreuz prägt die Skyline von Zakopane wie kein anderer Berg. Er ist massiv, eindrucksvoll und bietet einen Aufstieg, der dank der gesicherten Schlusspassage echte Bergstimmung vermittelt.
Vom Gipfel blickt man mehr als 1100 Höhenmeter senkrecht auf die Dächer von Zakopane hinunter — ein Panorama, das in Mitteleuropa seinesgleichen sucht. Nach Süden zieht sich der Kamm über den Kondracka-Pass zu den Roten Gipfeln, während die Weite der Westtatern den Horizont füllt. Im Winter, wenn Raureif und Schnee die Felsen überziehen, wirkt die Landschaft noch karger und eindrucksvoller.
Aufstiegsrouten- Kuźnice (Zakopane) — blauer Weg über Kalatówki, das Kondratowa-Tal und den Kondracka-Pass; ca. 2 Std. 55 Min. aufwärts, 2 Std. 15 Min. abwärts; mittel
- Strążyska-Tal — roter Weg über die Strążyska-Lichtung und den Grzybowiec-Pass zum Wyżnia-Kondracka-Pass, dann weiter auf dem blauen Weg; ca. 3 Std. 15 Min.; mittel
- Gronik — gelber Weg durch das Mała-Łąka-Tal zum Kondracka-Pass, dann blauer Weg; ca. 3 Std. 15 Min.; mittel
Praktische Hinweise- Der letzte Gipfelabschnitt ist mit Ketten gesichert und gilt Einbahnverkehr — Aufstieg rechts (von unten gesehen), Abstieg links.
- An schönen Sommertagen entstehen am Kettenabschnitt sehr lange Warteschlangen — ein früher Start lohnt sich sehr.
- Die Nordwände sind durch den Tatra-Nationalpark für das Klettern gesperrt.
- Die Kirkora-Rinne unterhalb des Giewoncka-Passes ist kein markierter Weg — Abstiege dort haben zahlreiche tödliche Unfälle verursacht.
- Der Wielki Giewont hält den traurigen Rekord der meisten tödlichen Unfälle in der gesamten Tatra: über 50 Todesopfer bis 2003, vor allem durch Blitzschlag und Abstürze.
Das Gipfelkreuz wurde erstmals 1901 aufgestellt und ist seither zu einem der bekanntesten Wahrzeichen Polens geworden — ein würdiger Abschluss für einen Aufstieg, der lange in Erinnerung bleibt.