Der Małołączniak (2096 m ü.d.M.) gehört zu den meistbesuchten Gipfeln der gesamten Tatra — und wer oben steht, begreift sofort warum. Der Aufstieg erfordert keinerlei technische Kletterkenntnisse, dafür wartet ein weites Panorama auf die Hohe Tatra, das von hier besonders eindrucksvoll wirkt. Ein Gipfel, der Lust auf mehr macht.
Der Gipfel gehört zum Massiv der Czerwone Wierchy (Rote Gipfel) in der Westlichen Tatra, östlich benachbart mit der Kopa Kondracka und westlich mit der Krzesanica. Der charakteristisch rötliche Farbton der Hänge im Sommer entsteht durch granitliebende Gräser und Binsen — genau diese Färbung gab dem gesamten Massiv seinen Namen. Die Flora ist außergewöhnlich artenreich: Auf der Granit-Gipfelkuppe gedeihen andere Pflanzengesellschaften als auf den darunter liegenden Kalksteinhängen. Im Juli blühen rund um den Małołącka-Pass üppige Trollblumen (Trollius europaeus ssp. transsilvanicus) — eine in Polen nur in der Tatra vorkommende Rarität. Der Sommer bringt regen Wanderbetrieb auf dem Grat; im Winter und frühen Frühling liegt hier eine stille, verschneite Weite.
AufstiegsmöglichkeitenUnter den sanft wirkenden Nordhängen des Małołączniak verbirgt sich ein Weltrekord der besonderen Art: Hier befinden sich die tiefsten Höhlen der gesamten Tatra — die Wielka-Śnieżna-Höhle und die Śnieżna-Studnia. Was von außen wie ein freundlicher Rundgipfel aussieht, sitzt über einem gewaltigen unterirdischen Labyrinth.