Eine unscheinbare Steinsäule in einer kleinen Parkanlage in Berggießhübel erzählt über dreihundert Jahre sächsischer Postgeschichte. Sie gehört zu den Distanzsäulen, die im Auftrag Kurfürst Friedrich Augusts I. errichtet wurden und einst die Entfernungen entlang der alten Straße von Dresden nach Nordböhmen markierten.
Der Ort wirkt still und beschaulich - der kleine Park unweit der Gottleubabrücke und des ehemaligen Bahnhofs der Gottleubatalbahn lädt zu einer kurzen, entspannten Rast beim Wandern im Osterzgebirge ein. Im Sommer steht die Säule im Schatten grüner Bäume, im Winter zeichnet Schnee ihre steinernen Konturen nach, und ganzjährig begleitet das Rauschen der nahen Gottleuba den Besuch.
Die Säule selbst ist eine Nachbildung - das Original wurde 1927 durch ein Hochwasser zerstört, das geborgene Wappenstück befindet sich heute im Museum auf Schloss Lauenstein. Die 1957 errichtete Kopie trägt ein originales Wappenteil aus Meißen und steht an einem Platz, der einen ruhigen Zwischenstopp durchaus wert ist.
AnreiseInteressant: Das Wappenstück der Originalsäule lag fast fünfzig Jahre im Flussbett, bevor es 1973 beim Bau der Talsperre Gottleuba geborgen wurde.