Die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein gehört zu den bedeutendsten und erschütterndsten Erinnerungsorten Sachsens — eine Festung auf einem Hügel über der Elbe, die in den Jahren 1940 und 1941 als nationalsozialistische Tötungsanstalt diente, in der mindestens 14.751 Menschen im Rahmen der 'Aktion T4' ermordet wurden. Ein Besuch hier ist keine gewöhnliche Besichtigung, sondern eine tiefgreifende Begegnung mit einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte.
Der Sonnenstein erhebt sich über Pirna und das Elbtal und bietet weite Blicke über die Dächer der Altstadt und den Fluss. Das Schlossareal ist von einem Park umgeben, und der Weg vom Stadtzentrum hinauf führt durch malerische Gassen der historischen Innenstadt. Die Atmosphäre des Ortes ist still und ernst — selbst an hellen Sommertagen lädt die Stille rund um das Dokumentationsgebäude und die Gräberstätte am Elbhang zur Besinnung ein. Im Herbst, wenn Nebel über der Elbe liegt und die Bäume sich färben, wirkt der Ort besonders eindringlich.
Anreise und ZugangBesonders erschütternd ist die historische Verflechtung dieses Ortes mit dem Holocaust: Ein erheblicher Teil des Personals der Tötungsanstalt Sonnenstein wurde ab 1942 in den Vernichtungslagern Belzec, Sobibor und Treblinka eingesetzt — Sonnenstein war damit ein direktes Bindeglied zur 'Endlösung'. Die bunte 'Gedenkspur' aus aufgesprühten Kreuzen entlang des Weges zur Gedenkstätte steht für jedes einzelne Opfer.