In Großschönau in der Oberlausitz erwartet Besucher ein Ort, der ganz anders ist als die üblichen Wanderziele - ein Museum, in dem die lokale Textilgeschichte lebendig wird. Hier steht der einzige noch funktionstüchtige, rekonstruierte Damasthandwebstuhl mit Zugvorrichtung aus dem Jahr 1835 in ganz Deutschland, gleich neben dem letzten noch funktionsfähigen Frottierhandwebstuhl des Landes.
Das Museum liegt malerisch im Tal der Mandau, umgeben von den für die Region typischen Umgebindehäusern - eine idyllische Kulisse, die sich perfekt für einen ruhigen Tag zwischen Wanderungen eignet. Das Gebäude selbst, das sogenannte Kupferhaus, wurde 1807 bis 1809 als Wohn- und Geschäftshaus des Damastfabrikanten Christian David Waentig errichtet. In der Schauwerkstatt wird die Herstellung textiler Erzeugnisse authentisch vorgeführt, in der 'Schatzkammer der Damaste' warten kostbare Gewebe des 17. bis 19. Jahrhunderts, und ein eigener Raum ist dem Maler Johann Eleazar Zeißig gewidmet, Sohn eines Großschönauer Damastwebers.
Wie man hinkommt
Praktische Informationen
Von 1666 bis 1933 webten die Großschönauer echten Damast auf zeitweise fast eintausend Webstühlen - kein anderer Ort in Deutschland tat dies so lange und in solchem Umfang, mit Adel und Kirche in ganz Europa als Kunden.