Das Kleine Kaltbachtal (slowakisch Malá Studená dolina) gehört zu den schönsten Hochtälern auf der slowakischen Seite der Hohen Tatra — der berühmte Afrikareisende Heinrich Barth schwärmte bereits 1859, es sei eines der schönsten Gebirgstäler der Welt. Stufenförmig nach Osten geöffnet, führt das Tal den Wanderer von dichten Wäldern über Latschenfelder bis zu einer wilden Hochgebirgslandschaft mit leuchtenden Bergseen.
Im unteren Abschnitt begleitet man den rauschenden Bach Malý Studený potok durch den Wald — der beeindruckende Obrovský vodopád (Riesenfall) empfängt einen gleich am Taleingang. Weiter oben öffnet sich das Gelände zu Latschen und Almwiesen. Das Herzstück des Tals ist das Hochbecken mit den fünf Zipser Seen (Päť spišských plies), türkisfarbenen Gletscherseen von atemberaubender Schönheit. Im Herbst leuchten die Hänge goldrot, im Sommer blühen Alpenblumen, und im Winter verwandelt sich das Tal in eine stille weiße Einsamkeit.
Anreise und ZugangHoch oben unter den Felsen der Baranie rohy auf etwa 2207 m verbirgt sich das Baranie pliesko — der höchstgelegene See der gesamten Tatra, der in trockenen Jahren sogar vollständig austrocknet. Ein faszinierendes kleines Naturwunder als Belohnung für den Aufstieg.