Das Kondratowa-Tal ist eines der schönsten Seitentäler der Westlichen Tatra — breit, überraschend flach und eingerahmt von den gewaltigen Hängen des Giewont. Es ist der perfekte Ausgangspunkt für einige der beliebtesten Gipfeltouren der polnischen Tatra.
Geologisch ist das Tal eine Besonderheit: Es besteht fast ausschließlich aus Kalkgestein, in dem Karstphänomene wirken. Das bedeutet, dass der Talboden trocken bleibt — Wasser versickert im Untergrund und tritt erst weiter unten als die Bystra-Quelle wieder ans Tageslicht. Der auffallend flache Boden erinnert daran, dass hier einst ein Gletschersee lag. Im Herz des Tals erstreckt sich die Polana Kondratowa, eine Almwiese mit der gemütlichen PTTK-Berghütte auf der Hala Kondratowa (1333 m ü. NN) und einer Bergrettungsstation. An den südöstlichen Hängen liegen gewaltige Felsbrocken, die sich einst von den Wänden des Giewont gelöst haben — einer davon, rund 30 Tonnen schwer, traf 1953 die Hüttenwand. Das Tal ist außerdem für seine seltene Flora bekannt, darunter Pflanzenarten, die in den Karpaten kaum anderswo zu finden sind.
Anreise und ZugangFrüher als Almweide unter dem Namen Hala Kondratowa genutzt, hat das Tal seine Hirtenvergangenheit gegen Wanderstiefel eingetauscht — doch der Charme eines echten Bergidylls ist geblieben.
Quelle: Wikipedia (Lizenz CC BY-SA 4.0)