Das Große Papirustal — auf Polnisch 'Dolina Dzika' (Wildes Tal) — ist eines der wildesten und abgelegensten Hängetäler der Slowakischen Hohen Tatra. Hoch über dem Grünen Kežmarker See gelegen, bietet es eine ursprüngliche, kaum berührte Gebirgslandschaft, die Abenteurer und erfahrene Bergsteiger gleichermaßen fasziniert.
Eine hohe Felsschwelle trennt das Tal vom Grünen Kežmarker Tal darunter, und zwei beeindruckende Wasserfälle — der Lange Wasserfall und der Kupferwasserfall — stürzen über diesen Felsriegel hinab. Der obere Talbereich, bekannt als Barania Kotlina (Widder-Kessel), verzweigt sich in die Miedziana Kotlina, die bis zum Lomnitzer Spitze-Massiv hinanreicht. Schnee liegt hier fast das ganze Jahr über, und in der Miedziana Kotlina gibt es einen Firnfleck, der niemals vollständig schmilzt. Im Sommer nutzen Skibergsteiger diese Schneefelder, und ab 1976 wurde saisonal ein mobiler Skilift unterhalb der Baranie Rohy aufgestellt. Das Tal ist auch vom Tatranská Magistrála-Weg beim Rakúska-Pass gut sichtbar.
Anreise und ZugangDer deutsche Name 'Großes Papirustal' erinnert an einen Schatzsucher namens Johann Andreas Papirus, der einst durch diese Hänge streifte. Der erste bekannte Besucher des Tals war Robert Townson, der es am 6. August 1793 mit einem Führer erkundete.