Die Szara Turnia ist die markanteste der Felstürme des Mały Giewont und von Zakopane aus gut sichtbar, besonders im Morgenlicht, wenn ihre grauen Kalksteinwände warm aufleuchten. Dieser Ort ist ein Ziel für Kletterer und Liebhaber der Tatra-Grate, kein Platz für einen gemütlichen Spaziergang.
Die Szara Turnia erhebt sich am nordöstlichen Grat der Skrajna Giewoncka Baszta, von deren Gipfel sie durch die Scharte Szara Przełączka getrennt ist. Sie besitzt zwei Gipfel, wobei der südliche etwas höher ist. Zwischen beiden liegt eine flache, grasige Senke, von der eine steile, felsige Rinne über die gesamte Länge der Wand abfällt. Die Nordwände der Szara Turnia stürzen steil in den Szary Żleb (Grauen Graben) ab und schaffen so eine raue, wilde Landschaft, typisch für das Kalk- und Dolomitmassiv des Mały Giewont. Der Anblick dieser Wände, besonders bei Sonnenaufgang, gehört zu den charakteristischsten Bildern der Zakopane-Silhouette.
Wie man den Gipfel erreichtDie Erstbesteigung der Szara Turnia gelang erst am 10. August 1988 durch Jacek Jania und Stanisław Kurek — einer der zuletzt bestiegenen Türme der Tatra, obwohl er seit langem die Blicke der Einheimischen und Besucher auf sich zog, die Richtung Giewont schauten.