Der Kreuzberg (577 m ü. NN) ist weit mehr als ein einfacher Aussichtshügel im Schluckenauer Zipfel — er ist seit dem 18. Jahrhundert ein bedeutender Wallfahrtsort und zieht Pilger wie Wanderer gleichermaßen in seinen Bann. Der markante, bewaldete Kamm erstreckt sich von der Jedlová bis nach Jiřetín pod Jedlovou und verbindet auf einzigartige Weise Natur und Geschichte.
Der Wald, der den Rücken erst nach 1790 bedeckte, bietet je nach Jahreszeit ein völlig anderes Gesicht: frisches Grün im Frühling, schattige Kühle im Sommer, ein Farbenmeer im Herbst und stille Winterruhe unter einer Schneedecke. Entlang des Kreuzwegs und am Gipfel erwartet den Besucher ein bemerkenswert gut erhaltenes sakrales Ensemble: die Kreuzigungskapelle, der Garten von Getsemani mit Skulpturen der schlafenden Apostel und des betenden Jesus, eine Kapelle des Heiligen Grabes nach dem Vorbild der Jerusalemer Grabeskirche sowie ein historischer Brunnen, dessen Wasser die Pilger traditionell bei Augenleiden nutzten.
Aufstieg zum GipfelDen Ursprung des Wallfahrtsortes verdankt der Kreuzberg einer Legende aus dem 17. Jahrhundert: Der jüngste von sieben Söhnen der Familie Dont kehrte aus dem Exil zurück, konvertierte zum Katholizismus und wurde nach einem innigen Gebet am Kruzifix wundersam von seiner Krankheit geheilt — der Beginn einer Pilgertradition, die bis heute lebendig ist.