Die Kälbersteine (487 m ü. NHN) im Lausitzer Bergland sind ein stiller, aber bemerkenswerter Gipfel im Landkreis Bautzen. Das kleine Felsmassiv aus Granodiorit auf dem Gipfel könnte ein prähistorisches Sonnenheiligtum sein — zur Tagundnachtgleiche und Sonnenwende fällt das Licht durch natürliche Öffnungen im Fels. Wer Natur und ein bisschen Rätsel schätzt, ist hier genau richtig.
Der Berg erhebt sich beeindruckende 205 m über die Talsohle des Spreetals bei Schirgiswalde — trotz der überschaubaren absoluten Höhe wirkt er markant in der Landschaft. Die Hänge sind überwiegend mit Fichtenforst bedeckt, doch vereinzelt tauchen Rotbuchen, Bergahorne und Stieleichen auf — stille Zeugen des einstigen herzynischen Bergmischwaldes. Zahlreiche Quellen und Rinnsale sowie kleine Waldsumpfgesellschaften sorgen für eine saftig-grüne, feuchte Atmosphäre. Im Winter liegt hier oft länger Schnee als im Tal, was dem Wald eine besondere Ruhe verleiht.
Anstieg zum GipfelDer Legende nach trieben die Bauern der Umgebung im Dreißigjährigen Krieg ihr Vieh auf diesen Berg, um es vor Plünderern zu schützen — daher der Name 'Kälbersteine'. Ob die Felsen aber schon viel früher als Kultort dienten, untersucht seit 2008 die Sternwarte Sohland im Rahmen des Projekts 'Götterhand'.