Mitten in der historischen Stadt Český Dub verbirgt sich eine echte architektonische Überraschung - eine mittelalterliche Johanniterkommende, von der man bis in die frühen 1990er Jahre annahm, sie sei vollständig verschwunden. Erst 1991 wurden der kleine und große Saal sowie die Johannes-der-Täufer-Kapelle wiederentdeckt, die heute zu den besten Beispielen spätromanischer und gotischer Baukunst in Tschechien zählen.
Was diesen Ort so besonders macht, ist seine raue Authentizität - dicke Steinmauern und Gewölbe, die einst den Johanniterrittern dienten, gegründet von Havel von Lemberk, dem Ehemann der hl. Zdislava, im 13. Jahrhundert. Die Kapelle wurde neu geweiht und dient wieder liturgischen Zwecken, sodass Besucher hier einen lebendigen Ort erleben und kein starres Museum. Die Kommende ist Teil des denkmalgeschützten Schlossareals von Český Dub, sodass sich der Besuch gut mit einem Spaziergang durch die umliegende Podještědí-Landschaft verbinden lässt, von wo aus sich Ausblicke auf den Ještěd-Kamm eröffnen, besonders stimmungsvoll im Herbst und Winter.
AnreiseInteressant: Jahrzehntelang glaubte man, von der Kommende sei nichts erhalten geblieben - erst ein Zufallsfund 1991, wesentlich unterstützt durch Tomáš Edel, brachte die jahrhundertelang verborgenen Säle und die Kapelle ans Licht.