Die Große Kirchenscharte ist eine der markantesten und schärfsten Einschnitte der Hohen Tatra — eine schmale, messerscharfe Kerbe zwischen dem Massiv des Düsteren Turms und der Großen Kirche, die schon aus der Ferne ins Auge fällt. Wer die wilde, unbezähmte Seite der Tatra sucht, wird hier fündig.
Der Pass liegt genau zwischen der Chmúrna Ihla und der Kopa Veľkého Kostola, und seine steilen Flanken stürzen auf der einen Seite ins Kleine Kalte Tal, auf der anderen ins Große Kalte Tal ab. Der Charakter dieses Ortes ist durch und durch alpin: Granitplatten, enge Rinnen und scharfe Grate bestimmen das Bild. Im Sommer liegt das Gestein in der klaren Hochgebirgsluft und der Kontrast zwischen den dunklen Felsen und den grünen Tälern darunter ist beeindruckend. Im Winter verschwindet die Scharte unter Eis und Schnee und wird zu einem anspruchsvollen alpinistischen Ziel. Eine Atmosphäre echter Bergeinsamkeit ist hier zu jeder Jahreszeit garantiert.
So erreicht man den AussichtspunktDie erste dokumentierte Sommerbegehung gelang am 28. Juni 1908 Károly Fodor und Lajos Károly Horn, während die erste Winterdurchquerung erst am 8. Mai 1937 von Jadwiga Pierzchalanka und Jerzy Pierzchała vollbracht wurde.