Der Żleb nad Kamieniołomem ist eine kleine, bewaldete Schlucht in der Westtatra, von der kaum jemand spricht — und genau das macht ihren Reiz aus. Ein Ort für alle, die die wilden, unberührten Winkel der Tatra suchen und keinen überlaufenen Wanderweg.
Das Tal schneidet sich in die Nordhänge der Krokiew ein und wird von Graten umgeben, die vom Opalone herabfallen. Es ist nur 720 Meter lang, steigt steil nach Süden an und ist vollständig bewaldet. Charakteristisch sind das starke Gefälle sowie die glatten, rutschigen Hänge, die im oberen Teil aus dolomitischem Kalkstein und im unteren aus eozänem Nummuliten-Kalkstein bestehen. Ein Wasserlauf fehlt völlig, und die Atmosphäre ist still, rau und wenig besucht — besonders im Herbst und Winter wird der steile Anstieg noch anspruchsvoller.
AnreiseDer Name stammt von einem ehemaligen Steinbruch, der von 1908 bis 1934 am Talausgang betrieben wurde und dessen Stein unter anderem für den Bau des Tatra-Museums in Zakopane verwendet wurde. Der Reiseführerautor Władysław Cywiński nannte diesen Ort scherzhaft 'Nur für Holzfäller' — eine treffende Beschreibung seines rauen Charakters.