Der Rachelsee ist der stillste der drei Karseen im Bayerischen Wald — und genau das macht ihn so besonders. Am Fuß des Großen Rachel gelegen, ist er nur zu Fuß erreichbar, und wer sich die Mühe macht, wird mit echter Wildnis belohnt.
Die dunkelbraun gefärbte Wasseroberfläche verbirgt eine Tiefe von bis zu 13,5 Metern, und die steile Seewand, die sich im Norden erhebt, verleiht dem See eine fast unheimliche, schweigsame Atmosphäre. Seit der Unterschutzstellung im Jahr 1918 wurde hier kein Baum mehr gefällt — der umliegende Urwald mit seinen morschen Stämmen, moosbedeckten Felsen und dem leisen Rauschen des Seebachs ist ein Naturerlebnis der besonderen Art. Im Frühling erwacht der Wald langsam, im Sommer verbirgt sich der See im satten Grün, der Herbst taucht die Hänge in leuchtendes Laub, und im Winter verwandelt sich die gesamte Szenerie in eine stille Winterlandschaft — jede Jahreszeit hat hier ihren ganz eigenen Reiz.
Anreise und ZugangswegeEiner alten Sage zufolge hausen im Rachelsee verwunschene Seelen, die erscheinen, wenn man ihre Ruhe stört — und noch im 19. Jahrhundert berichteten Naturforscher, dass in diesen schwarzen Wassern kein Fisch zu finden sei. Heute weiß man, dass das Leben zwar karg, aber vorhanden ist: Köcherfliegen- und Libellenlarven, Algen und Moose. Der geheimnisvolle Ruf des Sees aber bleibt.
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