Der Mittagsberg (1.314 m ü.d.M.) gehört zu den faszinierendsten Gipfeln des Böhmerwaldes — ein Berg mit einer geheimen Vergangenheit aus dem Kalten Krieg und einem Aussichtsturm, der weite Panoramen über den zentralen Böhmerwald, den Bayerischen Wald und bei guter Sicht sogar bis zu den Alpen bietet. Hier begegnen sich jüngste Geschichte und wilde Natur auf überraschende Weise.
Der Berg erhebt sich über das Kvilda-Hochplateau, 4,5 km südlich von Prášily (Außergefild). Sein langgezogener, sanfter Rücken fällt im Osten steil ab — die Hänge wurden durch Gletscheraktivität geformt und beherbergen den Kar des Prášilsees sowie den trockenen Kar Stará jímka. Die Landschaft ist typisch böhmerwälderisch: weite Hochmoore, dichte Fichtenwälder und ein weiter Himmel, der im Winter unter einer Schneedecke besonders eindrucksvoll wirkt. Der Turm ist 37 Meter hoch, besitzt die charakteristische Form mit drei halbrunden Obergeschossen und führt über 227 Stufen zur Aussichtsplattform.
Anstieg zum GipfelDer Turm entstand aus einer streng geheimen militärischen Abhöranlage mit dem Decknamen TOPAS aus den 1960er und 70er Jahren, die den Funkverkehr tief in der Bundesrepublik Deutschland belauschen sollte — so geheim, dass selbst der nahe Prášilsee gesperrt war und der Gipfel auf keiner Karte erschien. Seit 1998 empfängt der ehemalige Spionagebau Wanderer statt Geheimdienstler.
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