Der Lusen (1373 m ü. NHN) ist der fünfthöchste Berg im Bayerischen Wald und zweifellos einer seiner eindrücklichsten: Ein gewaltiges Blockmeer aus Granit krönt den Gipfel, das von weitem zitronengelb leuchtet — gefärbt von der Gewöhnlichen Landkartenflechte. Das Panorama reicht bei klarem Wetter in alle Richtungen, und der Aufstieg lohnt sich zu jeder Jahreszeit.
Der Lusen liegt im Nationalpark Bayerischer Wald direkt an der Grenze zu Tschechien. Die Wälder rund um den Berg erzählen eine bemerkenswerte Geschichte: Nach dem großflächigen Borkenkäferbefall Mitte der 1990er Jahre entschied sich der Nationalpark, die Natur sich selbst zu überlassen — und inzwischen ist hier ein artenreicher Wildwald nachgewachsen, der europaweit seinesgleichen sucht. Im Winter lockt die lange Schlittenabfahrt vom Lusenschutzhaus hinunter nach Waldhäuser zahlreiche Ausflügler auf den Berg.
Aufstiegsmöglichkeiten- Waldhäuser — Forsthaus Waldhausreibe (ca. 1100 m) — Sommerweg über Glasarche und Himmelsleiter — ca. 1 Std. 15 Min., mittel
- Waldhäuser — Forsthaus Waldhausreibe — Winterweg über das Lusenschutzhaus — ca. 1 Std. 15 Min., mittel
- Fredenbrücke (ca. 850 m) — über Martinsklause, Teufelsloch und Glasarche — ca. 2 Std., mittel
- Finsterau (Parkplätze Schustersäge oder Oberes Reschbachtal) — Lusensteig am Kleinen Schwarzbach entlang — ca. 2 Std., mittel
- Mauth (Parkplatz Reschwasser, ca. 750 m) — über Steinbachklause und Tummelplatz — ca. 3 Std., mittel
Praktische Hinweise- Das Lusenschutzhaus der Sektion Grafenau des Bayerischen Wald-Vereins liegt ca. 30 Höhenmeter unterhalb des Gipfels — bietet Übernachtungen und ist auch an Winterwochenenden bewirtschaftet.
- Der Parkplatz an der Waldhausreibe ist im Sommer tagsüber eingeschränkt erreichbar — die Igelbuslinien des Nationalparks verbinden die Ausgangspunkte während der Saison zuverlässig.
- Über den Gipfel verlaufen der Europäische Fernwanderweg E6 und der Goldsteig — zum Großen Rachel sind es ca. 4–5 Stunden entlang des Kamms.
- Der historische Grenzübergang an den Blauen Säulen (Richtung Tschechien) ist derzeit für Wanderer gesperrt — eine Öffnung wird frühestens für August 2026 angestrebt.
- Gipfelbereich und Umgebung liegen im Nationalpark — Verlassen der markierten Wege ist nicht gestattet.
Einer alten Sage nach hat der Teufel die Granitblöcke des Gipfels über einem vergrabenen Goldschatz aufgetürmt. Das Gipfelkreuz — 1947 von der Katholischen Jugend St. Oswald errichtet — trägt seit 2008 eine Christusfigur als Geschenk des Bistums Passau, die Bischof Wilhelm Schraml persönlich gesegnet hat.