Der Boubiner Urwald — tschechisch 'Boubínský prales' — ist einer der ältesten und wertvollsten Naturschutzgebiete Mitteleuropas und gilt als bedeutendster Urwald Böhmens. Seit 1858 steht dieses über 666 Hektar große Buchen-Fichten-Mischgehölz am Hang des Boubín (1362 m) unter Schutz, und es fühlt sich tatsächlich so an, als hätte die Zeit hier aufgehört: Umgestürzte Baumriesen bleiben liegen, Moos überzieht jeden Stein, und junge Bäume wachsen auf den Überresten ihrer Vorgänger empor.
Zu jeder Jahreszeit hat der Urwald seinen ganz eigenen Charme: Im Frühjahr leuchtet das saftige Grün der Farne und Kräuter, im Sommer bietet das dichte Blätterdach angenehme Kühle, und im Herbst verwandeln sich die Buchen in ein flammendes Farbspiel aus Gold und Orange. Das Gelände ist hügelig und steil, die Wege führen zwischen 920 und 1110 Metern Höhe — vorbei am malerischen Boubínsee, einem künstlichen Teich aus dem Jahr 1836, und hinauf zum hölzernen Aussichtsturm auf dem Gipfel des Boubín.
Anreise und Zugang
Praktische Hinweise
Bis 1970 war der 'König der Fichten' — 57 Meter hoch und 440 Jahre alt — das Wahrzeichen des Urwalds. Ein Schneesturm am 4. Dezember 1970 fällte den Riesen; sein Stamm liegt noch heute im Wald und erzählt von Vergänglichkeit und Erneuerung.