Das Tomanowatal auf der Liptauer Seite ist eines der wildesten und unberührtesten Seitentäler der slowakischen Westtatra — ein geheimnisvolles Nebental der Tichá dolina mit rund 40 Höhlen, stillen Bergseen und einem malerischen Wasserfall. Gerade weil es heute für Besucher gesperrt ist, umgibt es eine besondere, fast mystische Aura.
Das Tal erstreckt sich über nur 2,5 km Länge, bietet aber eine außergewöhnliche geologische Vielfalt: Es entstand an der Grenze zwischen Sediment- und Kristallgestein. Auf der linken orographischen Seite verbergen sich zwei Gletscherkessel — die Svišťovka und die Rozpadlá dolinka. Unterhalb des Tomanovo-Sattels liegen die einzigen dauerhaften Seen im gesamten Tichá-dolina-System, die Tomanove plesá. Sie speisen den Tomanov potok, der kurz vor seiner Mündung in den Tichý potok als Tomanov vodopád malerisch hinabstürzt. Die Atmosphäre des Tales ist rau und ursprünglich — zu jeder Jahreszeit spürt man hier echte Tatra-Wildnis.
Anreise und ZugangIm Zweiten Weltkrieg rasteten Kuriere auf der Strecke Zakopane–Budapest in den Schäferhütten der Polana pod Javorom — das stille Tal war einst ein diskreter Zeuge des Widerstands.