Das Weißtal (Dolina Białego) ist eine der wildesten und stimmungsvollsten Ecken der Westlichen Tatra — ein schmales, tief eingeschnittenes Kerbtal, durch das der Biały-Bach über Felsstufen und kleine Wasserfälle rauscht. Es liegt nur wenige Minuten von Zakopane entfernt und fühlt sich doch überraschend abgeschieden an, bedingt durch den langen Schatten des mächtigen Giewont-Massivs.
Das Tal hat den Charakter einer Karstschlucht — besonders im unteren Abschnitt, den sogenannten Kotły, wo die Felswände von Koryciska und Kazalnica beeindruckend aufragen. Weiter oben teilt es sich in zwei Äste: das Trockental (Dolina Sucha) im Westen und eine namenlose Rinne in Richtung Żleb pod Wrótka. Das Klima ist deutlich rauer als in den umliegenden Tälern — die Vegetationsstufen sind nach unten verschoben, und der Wald besteht aus dem typischen montanen Gemisch aus Fichte, Buche und Tanne. Im Frühling tobt ein reißender Bach durch die Schlucht, im Sommer bietet das Tal kühlen Schatten, und im Herbst leuchtet der Buchenwald in satten Farben.
Anreise und ZugangswegeDie heutige Wegführung entlang des Baches wurde erst um 1905 angelegt; zuvor mussten Hirten die schwierige Schlucht weiträumig umgehen. Der Legende nach spielte der berühmte Tatra-Führer Bartłomiej Obrochta auf dieser Alm Geige für den Räuber Wojtek Mateja.
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