Ein stiller Flecken im Böhmerwald, der zwei Geschichten in sich trägt: die Geburtsstätte der Moldau, des längsten tschechischen Flusses, und der Schauplatz eines Kriegsgefangenenlagers, in dem sowjetische Offiziere unter unmenschlichen Bedingungen gefangen gehalten wurden. Wer hierherkommt, erlebt Natur und Geschichte auf einmal — und beides lässt einen nicht kalt.
Der symbolische Quell liegt rund 5,5 km südsüdwestlich von Kvilda, nur 600 Meter von der deutschen Grenze entfernt, eingebettet in eine typische Böhmerwaldlandschaft aus Hochmooren, Fichtenwäldern und weiten Wiesen. Der 'Quell' selbst ist ein Steinbrunnen, in den Wasser über hölzerne Rohre geleitet wird — die echten Quellen entspringen höher oben am schwer zugänglichen Hang der Schwarzen Berg (1316 m). Im Sommer leuchtet alles satt grün, im Herbst verwandelt sich die Umgebung in ein Meer aus Gold und Rost, und im Winter wirkt der Ort wie aus der Zeit gefallen.
Anreise und WegbeschreibungAm 30. April 1945 stieß hier eine amerikanische Aufklärungseinheit vor und fand 70 ausgemergelte russische Kriegsgefangene — eine Geschichte, die dieser friedlichen Waldlichtung eine unerwartete Tiefe verleiht.