Hoch über dem Tal der Lausitzer Neiße thront Burg Grafenstein — ein ursprünglich gotisches Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert, das im 16. Jahrhundert zu einem prachtvollen Renaissance-Schloss umgebaut wurde. Wer das böhmisch-sächsische Grenzland erkundet, sollte dieses außergewöhnliche Denkmal unweit von Hrádek nad Nisou auf keinen Fall verpassen.
Das Schloss erhebt sich auf einem bewaldeten Hügel über dem Dorf Chotyně und bietet schöne Ausblicke ins Neißetal und auf die umliegenden Wälder. Der Komplex umfasst das Oberschloss mit Renaissance-Innenhöfen, die mit Sgraffito-Rustika verziert sind, sowie das Neue Schloss am Fuß des Hügels mit einem Park voller seltener Baumarten. Im Frühling und Sommer rahmt das satte Grün die Steinmauern malerisch ein, im Herbst verwandelt sich der Park in ein leuchtendes Farbenmeer.
AnreiseDas absolute Glanzstück ist die Renaissance-Kapelle der Heiligen Barbara mit ihrer einzigartigen Freskenausmalung aus den Jahren 1566–1586 — vermutlich geschaffen von Heinrich Bocksberger, einem Maler aus Salzburg, dem auch das berühmte 'Kleine Fastentuch' im nahen Zittau zugeschrieben wird. Die Kapelle gilt als eine der schönsten Zeugnisse der Renaissance und des frühen Manierismus in Böhmen.