Auf einer Anhöhe am nördlichen Ortsrand von Posada, direkt neben dem Kloster Marienthal, steht eines der eindrucksvollsten verlassenen Gebäude im Isergebirgsvorland - ein ehemaliges evangelisches Bethaus, verbunden mit einer Schule. Ein Ort für Liebhaber vergessener Architektur und der Geschichte des deutsch-polnischen Grenzlandes, an dem die Zeit irgendwo in der Mitte des 20. Jahrhunderts stehengeblieben zu sein scheint.
Trotz starker Beschädigung beeindruckt das Gebäude noch immer durch seine charakteristische Form - der höhere Teil mit der Kapelle und einem kleinen Dachreiter ist mit dem niedrigeren, ehemaligen Schultrakt verbunden. Erhalten sind Fragmente von Zierelementen: rundbogige Fenster mit Maßwerk, Gesimse, Friese und Pilaster. Im Frühling und Sommer verleiht das umgebende Grün der Ruine einen malerischen, wenn auch melancholischen Charakter, während im Herbst und Winter die kahle Silhouette vor dem Hügel noch eindrucksvoller wirkt. Ein ruhiger, selten besuchter Ort, ideal für alle, die abseits der Hauptwanderwege nach ungewöhnlichen Zielen suchen.
AnreiseInteressant: Zeitzeugen berichten, dass die Kapelle noch nach dem Krieg ihre originalen Buntglasfenster und Schulbänke besaß, bevor sie unter wechselnden privaten Eigentümern zur Ruine wurde.