Der Tomanowapass ist einer der niedrigsten Übergänge im Hauptkamm der Tatra und zugleich einer der geschichtsträchtigsten. Auf 1.685 m ü. M. gelegen, lockt dieser weite, grasige Sattel mit grandiosen Panoramen auf die Hohe Tatra und einer üppigen alpinen Pflanzenwelt — ein Ort, der Wanderer seit Jahrhunderten in seinen Bann zieht.
Der Pass ist breit und offen, mit einem sanften, fast idyllischen Charakter, der ihn von den wilderen Tatra-Scharten unterscheidet. Er liegt im Bereich des Zusammentreffens zweier geologischer Formationen: nördlich Wappenkalke, südlich metamorphe Gesteine. Vom Sattel schweift der Blick weit über die Hohe Tatra; besonders eindrucksvoll präsentieren sich von hier die Gipfel Świnica und Kominiarski Wierch. Im Westen liegt das polnische Tomanowa-Tal, im Osten das slowakische Liptauer Tomanowa-Tal. Im Frühjahr und Sommer blühen auf den Matten Rosenwurz, Alpmohn, Stängelloser Leimkraut, Getüpfelter Steinbrech und Alpenweide. Am Südgrat des Ciemniak beeindrucken die Kalkfelsen der sogenannten Tomanowa-Tische sowie der markante Felsturm Głazista Turnia.
So erreichen Sie den AussichtspunktEinen besonderen literarischen Reiz erhält der Tomanowapass durch den Roman 'Koleba na Hliniku' von Jerzy Mieczysław Rytard und Helena Roj — dessen wichtigste Szenen genau hier spielen.