Głaźne Wrótka ist ein unscheinbarer, flach eingeschnittener Sattel im Hauptkamm der Hohen Tatra, versteckt in dem wilden Abschnitt namens Szpiglasowa Grań. Ein Ort für alle, die die raue, ursprüngliche Seite der Tatra suchen - allerdings muss gleich gesagt werden, dass dieses Gebiet heute für Wanderer und Bergsteiger gesperrt ist.
Der Sattel liegt auf etwa 2090 m Höhe, zwischen Dziurawa Czuba und Głaźna Czuba, direkt an der polnisch-slowakischen Grenze. Die Landschaft ist schroff und felsig - gewaltige Platten, durchzogen von bogenförmigen Rinnen, Geröllfelder und steile kleine Wände, die auf der einen Seite ins polnische Dolinka za Mnichem und auf der anderen ins slowakische Tal Ciemnosmreczyńska Dolina abfallen. Der Ort hat einen wilden, fast urtümlichen Charakter, wo nur der Wind über dem Grenzkamm die Stille durchbricht.
Die Geschichte dieses Ortes ist nach Tatra-Maßstäben relativ jung - benannt wurde er erst 1963, und den heutigen Namen erhielt er 1984 durch Witold Henryk Paryski. Der Weg von der Dolinka za Mnichem aus ist eine Kletterroute, die über Geröll und große Felsplatten führt. Auf slowakischer Seite fällt eine grasbewachsene Senke ab, die sich zu einer steilen Rinne verengt und vermutlich schon in vortouristischen Zeiten begangen wurde.
Praktische InformationenÜbrigens: Die erste Skiabfahrt vom Sattel gelang Michał Grapich und Tomasz Tarnowski erst im März 1986 - ein Zeichen dafür, wie lange dieser Ort abseits des allgemeinen Interesses blieb.