Die Roteturmscharte ist einer der spektakulärsten und anspruchsvollsten Gebirgsübergänge der slowakischen Hohen Tatra — ein Ort, an dem ausgesetzte Felspassagen, lange Sicherungsketten und ein atemberaubender Rundblick zu einem unvergesslichen Erlebnis verschmelzen. Kenner bezeichnen die Scharte als das 'slowakische Zawrat', und wer sie einmal überquert hat, versteht sofort warum.
Der Übergang liegt auf 2309 m ü. d. M. und besteht aus zwei Scharten, die durch einen kleinen Felszahn, die sogenannte Malá Spága, getrennt werden. Nach Osten fallen die Hänge ins Ľadová-Tal ab, nach Westen öffnen sie sich zur Strelnická-Mulde im oberen Staroleśna-Tal. Die charakteristisch rötliche Färbung der Mylonit-Felsen gab dem Pass seinen deutschen Namen. Trotz der rauen Hochgebirgsbedingungen gedeihen hier 50 Arten von Gefäßpflanzen, darunter 8 Steinbrech-Arten. Im Frühsommer blühen die Felsbänder farbenprächtig, im Herbst leuchten die Steine im goldenen Licht.
Anfahrt und Aufstieg zum AussichtspunktDie erste bekannte touristische Überquerung fand bereits 1846 statt — doch der gesicherte Steig wurde erst zwischen 1935 und 1937 angelegt und gilt seither als eine der klassischen Herausforderungen der Hohen Tatra.