Der Westliche Dwoisty-See ist einer der eigenwilligsten und faszinierendsten Bergseen der Tatra — ein kleines, unbeständiges Gewässer, das sich je nach Jahreszeit und Niederschlag völlig verwandelt. Er liegt auf knapp über 1657 m Höhe im westlichen Teil des Gąsienicowa-Tals und überrascht selbst erfahrene Bergwanderer mit seiner ungewöhnlichen Natur.
Der See umfasst rund 0,9 ha und erreicht eine maximale Tiefe von 7,9 m — doch diese Zahlen täuschen. Der Wasserstand schwankt hier um mehr als 8 Meter. In trockenen Perioden zerfällt der westliche Teich in zwei kleinere Becken, sodass aus dem 'Doppelsee' ein 'Dreifachsee' wird. Bei starker Trockenheit fragmentiert auch der östliche Nachbarsee, und das Seebett — nicht aus Schlamm, sondern aus Felsblöcken — liegt weitgehend frei. Im Winter friert die flache Zulaufstelle zu, die Wasserversorgung wird unterbrochen, und das Wasser läuft unter der Eisdecke ab, bis die Seen fast vollständig geleert sind. Der Blick auf die Seen öffnet sich beim Aufstieg zum Gipfel Kościelec oder über den Świnicka-Pass zur Świnica — sie schimmern dort unter den westlichen Hängen des Kleinen Kościelec zwischen Fels und Latschenkiefern.
Anreise und ZugangEine bemerkenswerte Naturgeschichte: 1882 wurde hier der äußerst seltene Kiemenfußkrebs Branchinecta paludosa entdeckt — eine arktische Art, die sonst nur in der Polarzone vorkommt. Leider vernichtete ein gedankenloses Aussetzen von Forellen in den 1950er und 60er Jahren die gesamte Population. Der Tatra-Nationalpark schließt eine künftige Wiederansiedlung nicht aus.