Der Kościelec (2155 m ü.d.M.), auf Deutsch auch als Polnische Kapelle bekannt, ist einer der markantesten Gipfel der Hohen Tatra — seine steile, pyramidenförmige Silhouette prägt das Panorama des Gąsienica-Tals und zieht Blicke aus allen Richtungen auf sich. Wer den Aufstieg wagt, wird mit einem einzigartigen Rundblick und einem echten Hochgebirgserlebnis belohnt.
Der Gipfel erhebt sich 533 Meter über den Spiegel des Czarny Staw Gąsienicowy (Schwarzer See) und zeigt dem Osten eine imposante Granitwand. Die Felslagen aus Granit sind geologisch bemerkenswert, und die Flora überrascht: Hier wächst u.a. die äußerst seltene Großköpfige Saussurea, die in Polen nur im Tatra-Gebirge vorkommt, sowie der höchstgelegene Baum-Fichten-Standort der polnischen Tatra. Im Sommer liegt der Grat in der Sonne, im Herbst leuchten die umliegenden Almwiesen in goldenen Tönen, und im Winter bleibt der Gipfel erfahrenen Bergsteigern vorbehalten. Der Bergsteiger und Komponist Mieczysław Karłowicz bemerkte einst, dass alle Seen des Gąsienica-Tals ausnahmslos nur vom Kościelec aus zu sehen sind.
AufstiegsmöglichkeitenIm Jahr 1911 gelang Mariusz Zaruski und Stanisław Zdyb die erste Skibesteigung des Kościelec — ein Meilenstein in der Geschichte des polnischen Skibergsports.