Der Nesamovyte-See ist einer der höchstgelegenen Bergseen der ukrainischen Karpaten — auf 1750 m Höhe in einem Gletscherkar an den Osthängen des Berges Turkul im Tschornohora-Massiv. Klein, ursprünglich und von alten Legenden umwoben, gehört er zu jenen Orten, die man so schnell nicht vergisst.
Der See ist mit 88 m Länge und 45 m Breite bescheiden, doch seine Lage ist beeindruckend. Felsige Ufer rahmen die Süd- und Westseite ein, während das gegenüberliegende Ufer sanft entlang einer Gletschermoräne ansteigt, die mit subalpinen Wiesen, Latschenkiefern und Wacholder bedeckt ist. Das Wasser ist dunkel und ruhig, und gegen Ende des Sommers bedeckt eine schwimmende Matte aus Segge und Sphagnummoos fast 40 % des Seebodens — ein ursprünglicher, fast zeitloser Anblick. Fische gibt es hier keine, dafür beherbergt der See seltene Amphibien: den Dalmatinischen Frosch (im Roten Buch der Ukraine gelistet), den Karpatenmolch und den Alpenmolch. Im Winter friert der See zu; gespeist wird er hauptsächlich durch Niederschläge.
Anreise und AufstiegDer huzulischen Überlieferung nach bringt jeder, der einen Stein in den See wirft oder darin badet, unweigerlich Regen und Unwetter über die Tschornohora. Sogar Leopold von Sacher-Masoch war von dieser Sage fasziniert und nannte den See in seiner Novelle 'Der Haidamak' das 'Meeresauge der Berge'.