Der Litworowy Staw Gąsienicowy ist eines der stillen Kleinode der Tatra — ein flacher, von Sumpfgräsern umrahmter Bergsee auf 1618 m Höhe im westlichen Teil des Gąsienicowa-Tals. Wer hier ankommt, wird mit einer ruhigen, fast zeitlosen Atmosphäre belohnt, die sich deutlich von den belebteten Hauptwegen der Tatra unterscheidet.
Der See bedeckt knapp ein halbes Hektar und ist mit etwa einem Meter Tiefe sehr flach. Sein mooriges Seebett wird zunehmend von der Schnabelsegge besiedelt, was ihm ein wildes, naturbelassenes Aussehen verleiht. Im Frühjahr und Frühsommer erwacht das Ufer mit quakenden Grasfröschen, und wer Geduld mitbringt, kann im seichten Wasser den seltenen Bergmolch entdecken. Im Sommer leuchtet die Umgebung in sattem Grün, im Herbst verwandelt sich das ganze Tal in ein Goldmeer. Die Stimmung hier ist beschaulich und unaufgeregt — ideal für alle, die die Tatra abseits des Trubels erleben möchten.
Anreise und WegbeschreibungDer Name des Sees leitet sich vom 'Litwor' ab — dem Echten Engelwurz, einer aromatischen Pflanze aus der Familie der Doldenblütler, die in der Nähe wächst und einst in der Volksmedizin und Bergküche geschätzt wurde. Früher trug der See auch den Namen 'Sobkowy Staw' — ein kleines Stück lokaler Geschichte, das heute fast vergessen ist.