Der Randturm (2097 m ü. d. M.), auf Polnisch 'Skrajna Turnia', ist der westlichste Gipfel der Hohen Tatra — ein markanter Granitriegel, der den Beginn der hochalpinen Hauptkammlinie markiert. Er liegt zwischen dem Liliowe-Pass und dem Skrajna-Pass und bietet trotz seiner relativen Unbekanntheit ein eindrucksvolles Bergerlebnis.
Das Massiv besteht aus Granitoiden und fällt auf der polnischen Seite mit bis zu 270 m hohen Wänden ab. Zwei Grate zweigen vom Gipfel ab und laufen zu den Schuttfeldern oberhalb des Zielony-Staw-Gąsienicowy-Sees aus. Die slowakische Seite ist sanfter geformt — oben Grasmatten, weiter unten Latschenfelder, dazwischen der verborgene Zaremba-Kamin, der ins Stille Liptauer Tal hinabzieht. Im Winter ist der Randturm ein ernstes, raues Ziel; im Sommer umgeben ihn alpine Blumenwiesen und eine Stille, die nur der Wind bricht.
Anfahrt und AufstiegAn den Granitwänden des Randturms wachsen seltene Pflanzen: Frühlings-Küchenschelle, Alpen-Straußgras, Ungarisches Berufkraut und Karpaten-Ruhrkraut. Der polnische Naturforscher Stanisław Staszic soll den Gipfel bereits um das Jahr 1805 besucht haben.