Der Kasprowy Stawek ist eines der stillen Geheimnisse der Tatra — ein kleines Waldsee, das je nach Jahreszeit mal da ist und mal nicht. Im Frühling kann es sich zu einem richtigen Tümpel ausdehnen, im Herbst dagegen vollständig austrocknen. Genau diese Unberechenbarkeit macht es so besonders.
Der See liegt im Kasprowa-Tal im polnischen Teil der Westlichen Tatra, in einer Senke auf einem Moränenwall, der das Sucha-Kasprowa-Tal vom Tal Stare Szałasiska trennt. Er wird ausschließlich durch unterirdische Zuflüsse gespeist und entwässert ebenfalls unterirdisch — das erklärt seine starken Schwankungen. Im Mai 2006 maß er 40 × 13 m bei 1,5 m Tiefe; im Oktober desselben Jahres war er vollständig verschwunden. Bei hohem Wasserstand bildet sich daneben ein zweiter, kleinerer Tümpel. Umgeben von Nadelwald und nahe tiefer Karstdolinen hat dieser Ort eine ruhige, fast geheimnisvolle Atmosphäre — weit weg vom Trubel der bekannten Wanderwege.
Anreise und ZugangObwohl die Hirten der Hala Kasprowa diesen kleinen See seit Jahrhunderten kannten, wurde er in der Fachliteratur erst 1933 von Stefan Zwoliński beschrieben — ein spätes 'Entdecken' mitten in der polnischen Tatra.
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