Das Leitental — auf Polnisch 'Dolinka Spadowa' — ist ein verstecktes Kleinod der Hohen Tatra in der Slowakei. Es handelt sich um ein kleines Hängedal, das durch eine hohe, steile Felsschwelle vom benachbarten Schwerem Tal (Česká dolina) getrennt wird. Der Name leitet sich vom podhalischen Dialektwort 'spady' für eben eine solche Schwelle ab. Dieses Tal ist fast ausschließlich Bergsteigern vorbehalten — weit weg vom Trubel der markierten Wanderwege.
Das Tal wird von eindrucksvollen Felswänden umrahmt: Ciężka Turnia, Niżnie Rysy, Spadowa Kopa und Żabi Szczyt Wyżni. Es erstreckt sich über etwa 800 m vom Fuß der Schwelle bis zu den gegenüberliegenden Wänden, und im oberen Teil verbirgt sich der malerische Kessel Spadowy Kociołek. Die Aussichten sind eher intim — von Felsgruppen umgeben, vermittelt das Tal ein echtes Gefühl von Abgeschiedenheit und Wildheit. Im Winter verwandelt sich die Schwelle in spektakuläre Eisfälle, meist zweiteilig, mit Neigungen bis zu 90° im oberen Bereich — ein echtes Fest für Eiskletterer.
Anreise und ZugangDie ersten Besucher des Tals waren Janusz Chmielowski und seine Gefährten unter Führung der Familie Bachleda — die erste Winterdurchquerung gelang erst am 1. Januar 1935, als Zofia Wysocka und Stefania Bernadzikiewicz hier eintrafen.