Das Walentkowatal ist eine der wildesten und einsamsten Ecken der slowakischen Tatra — ein raues, felsdurchsetztes Tal, das sich zwischen dem Gipfel Świnica und dem Walentkowy Wierch versteckt, weit abseits der üblichen Wanderwege. Sein ursprünglicher, fast archaischer Charakter zieht alle an, die die Tatra in ihrer ungezähmten Form erleben möchten.
Das Tal liegt auf einer Höhe von etwa 1400 bis 1900 Metern über dem Meeresspiegel und umfasst gerade einmal 1,5 km². Der Talboden bildet eine flache Mulde, übersät mit Geröll und riesigen Felsblöcken — ein echtes Hochgebirgsambiente. Der obere Abschnitt, bekannt als 'Walentkowe Kamienne' oder schlicht 'Kamienne', besteht fast ausschließlich aus Fels und Schuttmassen. Im Frühling und Frühsommer füllen sich zwei kleine Bergseen — der Obere Walentkowa-See (ca. 1890 m) und der Walentkowa-See (ca. 1800 m) — die jedoch in den wärmeren Monaten austrocknen. Das Tal wird von eindrucksvollen Graten eingerahmt: dem Walentkowa-Grat im Osten Richtung Polen und dem Massiv des Walentkowy Wierch (2156 m) im Süden. Die Atmosphäre ist herb und still — ideal für alle, die Einsamkeit in den hohen Bergen suchen.
Anreise und ZugangAm 28. März 1923 erreichten Jerzy Bistram, Adam Karpiński und Kazimierz Szczepański das Tal als erste im Winter — noch am selben Tag folgten ihnen Marian Maurizio und seine Begleiter. Ein großer Felsblock, die sogenannte 'Walentkowa Koleba', diente einst Hirten als natürlicher Unterstand während der Sommerweiden.