Das Tomanowa-Tal ist eines der wildesten und stimmungsvollsten Seitentäler des Kościeliska-Tals — eingebettet zwischen den Kämmen der Westlichen Tatra, abseits der großen Touristenströme und voller Natur- und Geschichtszeugnisse. Wer echte Tatra-Wildnis erleben möchte, ist hier genau richtig.
Das Tal fällt vom Tomanowa-Pass in nordwestlicher Richtung ab und wird im Süden und Osten von den Gipfeln des Hauptkamms der Westlichen Tatra eingerahmt — Ciemniak, Tomanowe Stoły und Smreczyński Wierch. Sein asymmetrischer Aufbau sorgt dafür, dass die Südhänge stärker gegliedert sind und mehrere Nebenschluchten aufweisen, während die Nordseite kompakt und bewaldet bleibt. Im Frühling zeugen Bärenspuren im Schnee von den scheuen Bewohnern, im Sommer leuchten die Lichtungen saftig grün, und der Herbst taucht die Buchenwälder in Gold und Kupfer. Auf den Kalkfelsen gedeiht eine reiche kalkliebende Flora, und im Czerwony Żleb wächst die Feld-Tragant, eine Art, die in Polen ausschließlich in der Tatra vorkommt.
Anreise und ZugangswegeEine Entdeckung, die selbst erfahrene Wanderer staunen lässt: Im Jahr 2004 wurden im Czerwony Żleb drei Dinosaurierspuren aus der Obertrias gefunden — heute sind sie im Naturkundemuseum des Tatra-Nationalparks zu bewundern. Die menschliche Geschichte des Tals ist ebenfalls bemerkenswert: Bereits 1615 erteilte König Sigismund III. Wasa den Bergbewohnern die Erlaubnis, das Tal zu roden und zu beweiden.
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