Das Suchatal — auf Slowakisch Suchá dolina, auf Deutsch auch Dürrental oder Dürres Tal genannt — ist eines jener stillen Tatrawinkeln, die dem Massentourismus vollständig entgangen sind. Als kleinstes östliches Seitental des Javorová-Tals auf der slowakischen Seite der Hohen Tatra hat es seinen ursprünglichen, wilden Charakter bis heute bewahrt.
Das Tal schneidet sich nur rund 0,5 km in das Massiv ein und wird im Süden vom Kamm Suchý hrebeň und im Norden vom Kamm der Ľadové veže eingerahmt. Im Osten erhebt sich die mächtige Westwand des Ľadový štít — ein beeindruckender Abschluss dieser kargen Felslandschaft. Die Vegetation ist spärlich, der Boden felsig und rau. Durch das Tal fließt gelegentlich der Bach Suchá voda javorová, der je nach Jahreszeit mal präsent, mal verschwunden ist. Im Winter liegt das Tal tief unter Schnee und Eis und wirkt nahezu unnahbar.
Anreise und ZugangDie ersten dokumentierten Touristen, die das Suchatal durchquerten, waren Pfarrer Walenty Gadowski und seine Begleiter am 13. Juli 1908 — zuvor war das Tal hauptsächlich Jägern aus dem nahen Jurgów und Schatzgräbern vorbehalten, was seiner stillen Abgeschiedenheit eine geheimnisvolle Note verleiht.