Das Eistal (poln. Dolina Śnieżna, slowak. Ľadová dolinka) ist das wildeste und am schwierigsten zugängliche Tal der gesamten Tatra — ein ursprünglicher, unberührter Ort, der nur erfahrenen Bergsteigern vorbehalten ist. Hoch über dem Schwarzen Javoratal in der Slowakischen Hohen Tatra gelegen, verbirgt es drei Kesselebenen, verbunden durch tosende Wasserfälle und schneebedeckte Schluchten. Wer echte Abgeschiedenheit sucht, wird hier fündig.
Das Tal gliedert sich in drei Stufen. Die unterste, Wielka Strąga (ca. 1780–1900 m), ist die weitläufigste und überwiegend begraste Ebene, vom Tal darunter durch eine markante Felsstufe mit dem beeindruckenden Wasserfall Wielka Sikawka getrennt. Darüber liegt die Srebrna Strąga (ca. 2080–2120 m) mit glatten Felsplatten und dem Silbernen Wasserfall. Die höchste Ebene, die Złota Strąga (ca. 2150–2200 m), ist fast das ganze Jahr über schneebedeckt und nur durch eine ernsthafte Kletterpartie erreichbar. Die Atmosphäre ist rau und ursprünglich: senkrechte Felswände, das Rauschen der Wasserfälle und weite Blicke zum Hauptkamm der Tatra.
Es führen keine markierten Wanderwege in das Tal. Den besten Blick darauf bietet die Javorová-Alm (Jaworowa Polana) entlang des grün markierten Weges von Tatranská Javorina zum Sattel Sedielko.
Anreise und ZugangDas Tal hieß früher 'Eistal' (Dolinka Lodowa), und Schatzsucher aus dem Dorf Jurgów glaubten, unter dem ewigen Schnee der obersten Kesselebene liege ein geheimnisvoller 'Froschsee'. Die ersten dokumentierten Bergsteiger hier waren Ferdynand Goetel, Walery Goetel und Mieczysław Świerz am 23. Juli 1909.