Das Schwarze Javorina-Tal (slowakisch Čierna Javorová dolina) ist eines jener Tatra-Täler, die Bergwanderer seit Jahrhunderten mit ihrer ursprünglichen, unberührten Schönheit in den Bann ziehen. Der östliche Seitenarm des slowakischen Javorová-Tals erstreckt sich rund 3 km tief ins Hochgebirge — wild, kaum besucht und von beeindruckender Kraft.
Die Landschaft des Tals ist rau und urwüchsig. Im mittleren Abschnitt, eingebettet in Latschenkiefern auf 1.493 m Höhe, liegt der Schwarze Javorina-See (Čierne Javorové pleso) — einer der stimmungsvollsten Bergseen in diesem Teil der Hohen Tatra. Den Talgrund durchfließt der Schwarze Javorina-Bach, der über die sogenannten Schwarzen Abstürze als eindrucksvoller Schwarzer Wasserfall (Čierny vodopád) herabstürzt. Im oberen Bereich gabelt sich das Tal in kleinere Seitentäler, von denen das Schneetal (Ľadová dolinka) das schönste ist. Es dringt in Richtung Südosten zum Eispeak-Massiv vor und sein Boden ist ganzjährig von Firnfeldern mit gletscherähnlichem Charakter bedeckt — was dieser verborgenen Talecke ein geradezu arktisches Flair verleiht. Im Winter versinkt das gesamte Tal unter tiefem Schnee und wird noch abgelegener.
Anreise und ZugangAls erster belegter Besucher des Tals gilt Stanisław Staszic, der es im Jahr 1804 erkundete. Den ersten bekannten Winteraufstieg absolvieren Wiesław Stanisławski und Henryk W. Mogilnicki am 26. Dezember 1930.