Der Czarny Staw Gąsienicowy — auf Deutsch etwa 'Schwarzer Gąsienica-See' — ist eines der eindrucksvollsten Gletscherseen der polnischen Tatra. Auf 1624 m Höhe gelegen, besticht er durch sein tiefes Saphirblau und eine bemerkenswerte Wasserklarheit von bis zu 12 Metern.
Am Westufer ragt die markante Felswand des Kościelec empor und spiegelt sich bei ruhigem Wetter im stillen Wasser — ein Anblick, der zu den ikonischsten der Hohen Tatra zählt. Die dunkle, fast schwarze Farbe des Sees entsteht durch die Verschattung der umliegenden Gipfel und durch Cyanobakterien, die die Uferfelsen bedecken. Von Ende Mai bis Juli taut das Eis, und der See erwacht zu neuem Leben. Im Herbst, kurz vor dem erneuten Zufrieren (meist Oktober bis November), entfalten die Bergfarben eine ganz besondere Stimmung. Am nordöstlichen Ufer entdeckt man ein kleines, mit Latschenkiefern bewachsenes Inselchen — ein Relikt eines urzeitlichen Rundhöckers.
Anreise und WanderwegeEin bemerkenswertes historisches Detail: 1909 war geplant, auf dem kleinen Inselchen im See ein Mausoleum für den polnischen Romantiker Juliusz Słowacki zu errichten — Naturschützer verhinderten dies rechtzeitig, und die Insel blieb unberührt.