Schloss Brantice ist ein stimmungsvolles Adelsgut am Ufer der Oppa (Opava), versteckt im kleinen Dorf Brantice im Bezirk Bruntál. Wer auf der Suche nach einem authentischen, wenig überlaufenen Kulturdenkmal in Tschechisch-Schlesien ist, wird hier fündig — zwischen Renaissance-Portalen, Barockplastiken und einem romantischen Schlosspark.
Die drei eingeschossigen Flügel des Schlosses umschließen einen rechteckigen Innenhof, der sich zum Park hin öffnet. Der Haupteingang ist durch ein Portal mit toskanischen Säulen und einem Balkon mit Eisengeländer betont. Der angrenzende englische Landschaftspark wurde zwischen 1890 und 1900 angelegt und im Jahr 2012 revitalisiert. Er liegt auf 360 m Höhe und ist von einer hohen Steinmauer eingefasst. Das Herzstück des Parks ist die monumentale Barockskulptur des Herkules aus dem Jahr 1709 — über 255 cm hoch, in kämpferischer Pose mit dem Fuß auf einem Löwen stehend. Am Eingang des Schlosses überspannt eine steinerne Brücke den heute aufgefüllten Wassergraben, bewacht von einer lebensgroßen Sandsteinstatue des heiligen Johannes von Nepomuk aus dem späten 18. Jahrhundert.
AnreiseBesonders bemerkenswert ist die lange Geschichte des Ortes: Schon 1449 stand hier eine Holzburg mit Erdwällen und Wassergraben. Der heutige Renaissancebau, begonnen 1561 von Hieronymus Reinwald, Kanzler des Fürstentums Jägerndorf, wurde erst 1604 fertiggestellt.