Auf dem Gipfel des Glatzer Schneebergs (1425 m), dem höchsten Berg der Ostsudeten, stand einst ein steinerner Aussichtsturm zu Ehren Kaiser Wilhelms I. – eines der bekanntesten Wahrzeichen des Glatzer Landes. Obwohl der ursprüngliche Turm 1973 gesprengt wurde, bleibt sein einstiger Standort ein faszinierendes Ziel für Wanderer, die Geschichte mit Aussicht verbinden möchten.
Der Gipfel des Schneebergs hat die Form einer weiten, abgeflachten Kuppel, wodurch die Rundumsicht ohne Turm eingeschränkt war – schon Reisende im 19. Jahrhundert wiesen darauf hin. Heute steht das Gipfelgebiet unter Naturschutz, und der Weg zum ehemaligen Turmstandort führt durch Blockfelder und Latschenkiefern – aussichtsreich und zugleich nachdenklich stimmend. Im Sommer öffnen sich weite Panoramen über die Sudeten und das Glatzer Tal, im Winter liegt der Gipfel oft in Nebel und Reif, was ihm einen rauen Charakter verleiht.
AnreiseWissenswert: 1938 diente das Gebiet um den Turm als Treffpunkt deutscher Geheimdienstoffiziere – ein tschechoslowakischer Agent belauschte ein Gespräch, was zur Festnahme zweier Spione führte.